Mehrfamilienhaus mit 3 WE

Faktenbox
Daten
Objekt Mehrfamilienhaus mit 3 WE
Maßnahme Kernsanierung und Erweiterung
Wohnfläche 218 m²
NGF 363 m²
Bewohner 3 WE für je 2 Erwachsene und 1 Kind
Konstruktion
Konstruktion Mehrfamilienhaus mit 3 WE
Keller Kernsanierung und Erweiterung
Haustechnik
Lüftung zentrale Wohnraumlüftung mit passiver Wärmerückgewinnung
Heizung Fußbodenheizung mit Geothermie-Wärmepumpe und Pufferspeicher
Warmwasser Geothermie-Wärmepumpe mit Brauchwasserspeicher
Sonstiges PV-Anlage & EV-Ladestation
Öffentlichkeit / Anerkennung
  • Auszeichnung mit dem 2. Preis beim Wettbewerb für umweltgerechtes Bauen der Stadt Mönchengladbach 2011
  • Veröffentlichung im Fachbuch E5 Energieeffizientes Bauen des BKI Baukosteninformationszentrums 2013
  • Teilnahme am Tag der Architektur im Jahre 2012
unsere Leistungen
  • Grundlagenermittlung
  • Entwurfsermittlung
  • Ausführung
Zeichnungen & Fotos
Grundriss EGGrundriss Grundriss OGGrundriss Grundriss 2.OGGrundriss Grundriss DGGrundriss
Fotos
Gartenansicht
Wohnbereich Maisonette-Wohnung
Badezimmer
Schlafbereich Maisonette-Wohnung Wohnbereich Maisonette-Wohnung Wohnzimmer Küche Küche Eingangsbereich Detail Haustür
Grundriss
Grundriss EG
Grundriss
Grundriss 2.OG
Grundriss
Grundriss DG

Objektbeschreibung

Es handelt sich hier um ein Dreifamilienhaus auf der Burggrafenstraße 98, Ecke Waldnieler Straße in Mönchengladbach Westend. Das Haus mit Baujahr 1930 ist in einen Häuserkomplex aus 12 Häusern eingebunden. Es befand sich damals in einem sehr schlechten Zustand, da dort seit den frühen Fünfzigern keine nennenswerten Investitionen getätigt wurden. Innen-, Außen- und Kellerwände bestanden aus gebrannten Ziegeln, Die Decken aus Holzbalken und das Dach aus Tonpfannen. Zur Straßenfassade wurden Putz- und Klinkerflächen geschickt miteinander kombiniert. Nach einer gründlichen Bestandsaufnahme entschlossen sich die Bauherren, das alte Haus kernzusanieren und zum Passivhaus umzubauen.

Das Wohn-, Energie-, Brand- und Schallschutzkonzept

Wir entwickelten ein solides Wohn-, Energie-, Brand- und Schallschutzkonzept. Das Wohnkonzept sah vor, die alten Grundrissstrukturen der Wohnungen zu lockern und neuen, offenen Konzepten Raum zu bieten - diverse Wände mussten weichen. Die Gartenfassade wurde neugestaltet, ihre Fensterflächen wurden deutlich erweitert, und ein Erkeranbau wurde realisiert, welcher als Holzkonstruktion an das Bestandsgebäude angelehnt wurde. Die Decke zwischen zweitem Obergeschoss und Dachgeschoss wurde teilweise entfernt, um die beiden Ebenen mittels einer offenen Holztreppe und Galerie zu verbinden. Die Raumhöhe des Kellers wurde auf 2,30 erweitert. Im Zuge dessen wurden auch die stark beschädigten Gründungsbauteile ertüchtigt. Die komplette Strom,- Wasser,- und Wärmeversorgung wurde erneuert.Außerdem wurde ein Gigabit-Datennetz für alle Wohnungen einzeln und/oder gemeinsam nutzbar und eine digitale Satellitenanlage mit 20-fach Multiswitch und Doppel-LNB eingebaut.

Schwerpunkt des Energiekonzepts


Schwerpunkt des Energiekonzepts war das verantwortungsvolle Haushalten mit Energie. Die gesamte Gebäudehülle musste wärmegedämmt und luftdicht gemacht werden. So wurde das Dach des Gebäudes komplett erneuert. Die Straßenfassade wurde von innen, die Gartenfassade von außen und die Kellerdecke von oben und unten gedämmt – alle technischen Wärmebrücken wurden bestmöglich reduziert. Es wurden passivhauszertifizierte Holz-Alu-Fenster mit Dreifachverglasung, Edelgasfüllung und warmer Glaskante ausgewählt. Um dann auch bei der Haustechnik weitere Energie einzusparen, wurden alle Wohnungen mit zentralen Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung mittels Kreuzstromwärmetauscher ausgerüstet. Zur Warmwasser- und Wärmeversorgung wurde eine besonders effiziente Wärmepumpe installiert, welche mittels zweier Erdsonden Energie aus der direkten Umwelt im Haushalt zur Nutzung bereit stellt. Auch bei der Beleuchtung wurde darauf geachtet, möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Leitungsquerschnitte von Niedervoltnetzen wurden größer als normal ausgeführt und die gesamte Beleuchtung des Hauses erfolgt über Licht Emittierende Dioden. Jede Wohnung hat einen „Hauptschalter“ im Eingangsbereich, welcher den Stromverbrauch von Elektrogeräten im Standbybetrieb minimiert und die gesamte Beleuchtung ausschaltet. Die Photovoltaikanlage rundet das Ganze nach außen hin sichtbar ab.

Das Brand- und Schallschutzkonzept

Im Zuge der Umsetzung des Brand- und Schallschutzkonzepts wurden die Wohnungstrenndecken von oben mit schwimmendem Estrich belegt. Von unten kamen abgehängte Decken mit Feuerschutzplatten zum Einsatz. Diverse Wände wurden ertüchtigt, geeignete Türen wurden ausgewählt. Im gemeinsamen Hausflur wurden eine Brandmeldeanlage und ein automatischer Rauchabzug eingebaut.

Die Nachhaltigkeit des Gebäudes

Wir haben versucht, großen und kleinen Ideen in diesem Haus Platz zu bieten. Dabei beginnt Nachhaltigkeit unserer Meinung nach mit Sparsamkeit; Sparsamkeit im Sinne von behutsamem und intelligentem Umgang mit Energie und Rohstoffen. Wir legten größten Wert auf Materialien aus der Region, pur, einfach, unbehandelt; am liebsten Recycling- und/oder Naturprodukte. Als Mehrfamilienhaus in geschlossener Bebauung des Straßenzuges bestand von vornherein schon ein sehr gutes Verhältnis von Außenfläche zu Volumen. Um Energieverluste weiter zu reduzieren, musste die Gebäudehülle extrem gut wärmegedämmt werden. Als Wärmedämmstoff verwendeten wir größtenteils Zellulose und Holzfasern in Stärken von 30 bis 40 Zentimetern. Für geringste Einbußen beim Lüften wurde die Gebäudehülle vollständig luftdicht gemacht. Das notwendige Lüften übernimmt bei uns die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Außerdem gibt es ein automatisiertes Einzelraum-Temperierungssystem, welches für optimale Belüftungseinstellung und Wohlfühlkomfort sorgt und gleichzeitig auch die Temperatur mittels Nachheizung und Lenkung des Sonnenschutzsystems steuert. Die Verwendung von schadstofffreiem und natürlichem Lehmputz an allen Wänden im Innenbereich verbessert das Raumklima und die Behaglichkeit zusätzlich. Der Erkeranbau in Holzrahmenbauweise besteht aus Fichten- und Tannenholz aus heimischem Anbau, selbst die Fassade wurde aus waagerecht verlegter unbehandelter Lärchenholzschalung aus Süddeutschland gebaut. Auch die Fenster sind aus Lärchenholz und besonders energiesparend konstruiert. Der Einsatz von regenerativen Energien erfolgt zum einen über der Sole-Wasser-Wärmepumpe, welche die Erdwärme aus zwei 120 Meter Erdsonden zur Erwärmung des Nutzwassers nutzt und zum anderen über eine Photovoltaikanlage mit 56 SUNone SL1-80 Dünnschichtmodulen, welche speziell für eine Ost- und Westausrichtung konzipiert wurden und insgesamt 3,5 kWp leisten. Selbstverständlich wurden Wassersparsysteme in Toiletten und Duschen eingebaut; Spül- und Waschmaschinen können direkt mit Warmwasser gespeist werden. Auch die Lichtanlagen der drei Wohnungen, welche komplett aus LED Lampen bestehen, sind sehr energiesparend und langlebig gewählt.

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